Der 1950 geborene Ingenieur und Hochschullehrer hat vor seiner Tätigkeit bei der Schwarz-Stiftung vier Jahre lang als Referent in den Ministerien für Arbeit und Umwelt des Landes Baden-Württemberg gearbeitet – gute Kontakte in die Politik dürften also bestehen.
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt seiner Karriere ist, dass er bereits im Herbst 2015 seine Stelle als Geschäftsführer der Stiftung antrat, noch während er als Präsident der staatlichen Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) fungierte. Dass er mit seinem neuen Job zweieinhalb Tage pro Woche verbrachte und jeden Monat 12.500 Euro in die Tasche stecken durfte, wusst nicht einmal das baden-württembergische Wissenschaftsministerium – und hätte es wohl auch nicht genehmigt. Denn Nebentätigkeiten dürften nach Beamtenrecht nicht mehr als einen Tag pro Woche in Anspruch nehmen. Die Staatsanwaltschaft interessiert jedoch vor allem etwas anderes: Zum 1. Juli 2014, also während der Amtszeit Geilsdörfers als DHBW-Präsident, wurde die Heilbronner Außenstelle des DHBW-Standortes Mosbach zum selbstständiger DHBW-Standort Heilbronn aufgewertet. Das dürfte sich ganz gut mit den Interessen der Stiftung decken, die seit Jahren ihren „Bildungscampus“ in Heilbronn ausbaut – möglicherweise auch, um dort hauseigenen Nachwuchs heranzubilden. Dort ist nämlich unter anderem die stiftungseigene private Hochschule für Unternehmensführung zu finden, die die Studienfächer Food-Management, Handel und Dienstleistungsmanagement anbietet. Auch, wnn das Verfahren eingestellt wurde, bleibt die Frage offen, wer zu welchem Zeitpunkt wessen Interessen vertreten hat.
Quellen:
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.brisanter-fund-bei-ex-hochschulchef-geheimvertrag-mit-stiftung-des-lidl-gruenders.38a083e5-1a54-4b22-b2d7-0247b386812c.html
Verdacht auf Korruption: Stiftung des Lidl-Milliardärs Dieter Schwarz unter Druck
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/hochschulpolitik-lidls-verlaengerte-werkbank-14377921.html
